Saudi - Arabien

Saudia Arabien folgt dem Gesetz der Scharia, das die Anwendung der Todesstrafe ermöglicht. Die einzige Ausnahme, die ein Moratorium für Hinrichtungen zulässt, ist während des heiligen Monats Ramadan. Die Rate der Todesstrafe in Saudi-Arabien zählt zu den höchsten in der Welt. Im Jahre 2005, 2007 und 2008 berichtete Amnesty International, dass sich Saudi-Arabien unter den fünf Ländern mit den meisten Hinrichtungen befindet. In den vergangenen 28 Jahren hat die Organisation mehr als 1800 Hinrichtungen registriert, aber es wird vermutet, dass die tatsächliche Zahl weit höher ist.

Die Todesstrafe ist eine Form der Bestrafung in Saudi-Arabien für eine breite Palette von Straftaten, einschließlich der nichtstaatlichen Gewaltverbrechen. Die Todesstrafe wurde in Fällen von Mord, bei Gotteslästerung, Glaubensabfall, Korruption, Hexerei, Zauberei, Sabotage, Verkauf von Alkohol, Alkoholkonsum, und Sexualstraftaten vollzogen. Jugendliche, Homosexuelle, Ausländer und Frauen, die des Ehebruchs beschuldigt wurden, wurden ebenfalls mit der Todesstrafe in Saudi-Arabien bestraft.

Die bevorzugte Art der Ausführung ist die Enthauptung des Angeklagten mit einem Schwert. Bevor die Angeklagten getötet werden, werden den Gefangenen in der Regel eine Art Beruhigungsmittel vor der Hinrichtung verabreicht. Sie findet in der Regel auf einem öffentlichen Platz während des Gebets am Freitagnachmittag statt. Der Angeklagte wird von der Polizei in die Mitte des Platzes geführt und gezwungen, niederzuknien mit dem Gesicht in Richtung Mekka gewand. Sie sind barfuss und tragen oft ein weißes Gewand.

Die Mehrheit der Hinrichtungen in Saudi – Arabien findet in den drei großen Städten Jeddah, Riyadh und Dahran statt. Die Todesstrafe wird oft in höchst geheimen Gerichtsverhandlungen abgehandelt, in denen der Angeklagte in der Regel kein Recht auf einen Rechtsbeistand beantragt hat. Der Angeklagte kann streng auf der Grundlage eines Geständnisses verurteilt werden, aber solche Geständnisse werden häufig mit Folter erzwungen. Die Todesstrafe wird manchmal auch ungerecht gegen Mittellose Menschen verhängt, die sich keinen Rechtsbeistand leisten können.