Iran

Anzahl der Hinrichtungen von Minderjährigen seit 1990
Von den Mitgliedsstaaten der Vereinten Nationen, die noch die Todesstrafe anwenden, ist der Iran wahrscheinlich der produktivste. Während bei gewalttätigen Verbrechen wie Vergewaltigung und Mord, die Todesstrafe zur Anwendung kommt, wird im Iran auch bei Drogendelikten, Homosexuellen und sogar jugendlichen Straftätern die Todesstrafe verhängt. In der Tat hat der Iran die höchste Rate bei der Anwendung der Todesstrafe bei jugendlichen Straftätern, trotz der Tatsache, dass der Iran ebenfalls das Übereinkommen unterzeichnet hat, das die Rechte des Kindes regelt. Dieses Übereinkommen ist ein UN-Dokument, das den Einsatz der Todesstrafe bei Kindern unter 18 Jahren ausdrücklich verbietet. Im Jahr 2008 hat die Regierung des Iran erklärt, dass in den meisten Fällen die Ausführung nicht mehr verwendet werden würde in Bezug auf Jugendliche. Dies bedeutet jedoch nicht, dass der Iran die Todesstrafe für Minderjährige abgeschafft hat, denn unter bestimmten Voraussetzungen können Minderjährige immer noch zum Tode verurteilt werden.

Hinrichtungen im Iran werden auf verschiedene Art und Weise ausgeführt: durch Erhängen, Steinigung oder durch ein Erschießungskommando. Von diesen Methoden wird das Erhängen am meisten praktiziert, wobei öffentliche Hinrichtungen dabei keine Seltenheit sind. Die Steinigung beruht auf dem islamischen Prinzip der rajm (arabisch für "Stein") und bedeutet, dass Steine auf den Oberkörper einer Person geworfen werden, bis die entsprechende Person für tot erklärt wird. Das Erschießungskommando, wenn auch selten, wird immer noch bei einigen Hinrichtungen verwendet.

Iran zieht sich den Zorn der internationalen Gemeinschaft zu für seinen frei wahrgenommen Einsatz der Todesstrafe. Homosexualität, zum Beispiel, wird im Iran mit dem Tode bestraft, somit ist der Iran eines der wenigen Länder in der Welt, die dies mit solch einer schweren Strafe bestraft. Im Iran glaubt man, dass die Benutzung der Todesstrafe auch innerhalb der islamischen Rechtsprechung rechtens ist und bei der Abschreckung von Möchtegern-Kriminellen hilft. Allerdings die Tatsache, dass die Todesstrafe auch bei nicht-gewalttätigen Verbrechen wie Drogenkonsum und Abtrünnigkeit zum Einsatz kommt, stellt die Weltgemeinschaft vor die Frage, ob solche Maßnahmen wirksam sind.